Diagnostik

In der Pferdeklinik Wolfesing werden neben den konventionellen bildgebenden Verfahren auch modernste digitale und 3-D-Technologien der neuesten Generation zur Diagnosestellung eingesetzt.

Röntgen und Computerlumineszenzradiografie:

Mit einem digitalen Röntgensystem (Computerlumineszenzradiografie) wird die Qualität und Aussagekraft der Bilder erheblich gesteigert. Verarbeitung, Speicherung und Versand werden ermöglicht. Durch unterschiedliche Filter können aus einer Röntgenaufnahme viele verschiedene Informationen gewonnen werden. Technisch be- findet sich die Klinik auf dem neuesten Stand: Ein absolut neuartiges System wie bei der Human-Mammogra- phie, steht seit kurzem zur Verfügung. Dieses liefert Bilder in deutlich höherer Auflösung. Mit unserer mobilen Entwicklungsstation können auch unterwegs zeitnah und direkt vor Ort aussagekräftige Diagnosen erstellt werden.

 

Ultraschall:

Mittels Ultraschalluntersuchung erhält der Arzt zweidimensionale Bilder, die ihm eine räumliche Vorstellung von Größe, Form und Struktur der untersuchten Organe, Weichteilgewebe und Gefäße ermöglichen und Schäden dieser darstellen.

 

Computertomografie:

Bei der Computertomografie handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren, das Querschnittsbilder ver- schiedener Körperabschnitte anfertigt. Im Vergleich zum üblichen Röntgenbild ist das CT-Bild übersichtlicher, da der Arzt dank der besseren Kontrastabstufung zwischen den verschiedenen Gewebearten wie Knochen, Muskeln oder Fett unterscheiden kann. Dieser Umstand kann durch Spritzen von Kontrastmitteln noch verbes- sert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das CT-Bild kein Überlagerungsbild darstellt, wie es beim normalen Röntgenbild der Fall ist. Beim CT wird nur eine Schichtebene abgebildet. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, mit Hilfe eines Computers ein dreidimensionales Bild zu erzeugen.

 

Neue Halle mit hartem Zirkel:

Durch eine neue rund 1.000 qm große Halle mit überdachter Vortrabstrecke auf dem Gelände der Pferdeklinik Wolfesing wurden die Diagnostikmöglichkeiten erheblich erweitert. Dadurch kann im Einzelfall unabhängig von den Witterungsbedingungen eine noch gezieltere Therapie- und Behandlungsstrategie festgelegt werden.
Zur orthopädischen Untersuchung der Bewegungsabläufe integriert die Halle einen rutschfesten harten Zirkel für eine optimale Lahmheitsdiagnostik.

 

Nuklearmedizin: Szintigraphie:

Was bedeutet Szintigraphie?

Die Szintigraphie [lat. scintilla=Funken, griech. graphin=schreiben, zeichnen] ist eine nichtinvasive diagnos- tische Methode, um entzündliche Prozeße im muskuloskelettalen System bildlich darzustellen, die vielfach Ursache für nicht erklärbare Lahmheiten sind.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Dem Pferd wird ein radioaktives Medikament (Tc99 m), das an eine Träger- substanz (Oxidronsäure, HDP) gekoppelt ist, intravenös verabreicht. Dieser Komplex lagert sich an freie Bindungsstellen im Knochen an, die v.a. bei einer erhöhten Aktivität der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) zur Verfü- gung stehen. Dies ist z.B. der Fall bei knöchernen Ausrißen von Sehnen und Bändern, sogenannten Insertionsdesmopathien oder feinen Haarrissen im Knochen (Fissuren).
Die meisten dieser Bindungsstellen sind 2-3 Stunden nach der Injektion des Radiopharmakons besetzt. Nun beginnt die eigentliche Messung:
Eine Vollnarkose ist heutzutage hierfür nicht mehr nötig, die Patienten werden lediglich leicht sediert. Die Gammakamera mißt mithilfe eines Detektors die vom Knochen emittierte Strahlung (y-Quanten). Diese wird durch ein dahinter geschaltetes Computersystem in ein Bild umgewandelt. Dieses spiegelt dann Durchblutungsverhältnisse und Entzündungszustand des muskuloskelettalen Systems wider. Abhängig vom Untersuchungsaufwand werden mehrere Bilder in unterschiedlichen Ebenen erstellt. Dies kann zwischen 30 min und 2 Stunden dauern. Danach haben die Patienten aus strahlenschutz- technischen Gründen 48 Stunden in der Szintigraphiestation zu verweilen.

Wie lautet die Indikation für eine Szintigraphie?

Es gibt drei "klassische Gründe" für eine Szintigraphie:

1) Bei Lahmheiten unbekannter Ursache, die sich mithilfe von Leitungsanästhesien entweder nicht näher eingrenzen lassen oder von weiter oberhalb vermutet werden, wie z.B. bei Rittigkeitsproblemen aus dem Bereich des Achsenskelettes (Halswirbelsäule, Rücken, Ileosakralgelenk).
2) Bei Patienten, die sich nicht anästhesieren lassen, z.B. aufgrund von Widersetzlichkeiten, v.a. an den Hintergliedmaßen.
3) In Fällen, bei denen Leitungsanästhesien kontraindiziert sind, wie etwa bei hochgradigen Lahmheiten infolge von Fissuren oder Frakturen.

Wie verläßlich ist die Aussagekraft der Ergebnisse?

Dort, wo der Knochenstoffwechsel erhöht ist, wird sich in hohem Maße das Radiopharmakon anlagern und eine verstärkte Strahlung abgeben. Dies wird sich bildlich durch eine intensivere Färbung (sogenannte "hot spots") darstellen. Die szintigraphische Untersuchung ist jedoch keine "Frage-Antwort-Maschine". Die Ergebnisse sind immer eng mit der klinischen Untersuchung abzustimmen, um falsch-positive Befunde zu vermeiden.

Muß der Patient in irgendeiner Weise auf die Untersuchung vorbereitet werden?

Es wäre gut, wenn das Pferd zwei bis drei Tage vor der Untersuchung belastet werden würde, sofern der Lahmheitsgrad dies zuläßt, um eine gleichmäßige Durchblutung der zu untersuchenden Region sicher zu stellen. Ebenso wäre das beidseitige Bandagieren der Gliedmaßen dafür hilfreich.

 

 

 

2012 Diagnostik - Pferdeklinik Wolfesing.
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